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Abpumpen und Aufbewahren von Muttermilch

Abpumpen und Aufbewahren von Muttermilch

Ob du dein Baby ausschließlich stillst oder ihm zwischendurch ein Fläschchen gibst: Muttermilch abzupumpen ist eine gute Möglichkeit, um dir selbst mehr Unabhängigkeit zu verschaffen und dein Baby dennoch optimal zu versorgen. In speziellen Situationen, z.B. wenn dein Baby zu schwach ist, um an der Brust zu trinken, kann es sogar notwendig sein, Muttermilch mit Hilfe einer Pumpe zu gewinnen.

Elektrische oder manuelle Pumpe?

Geringe Muttermilchmengen kannst du durch bloßes Ausstreichen der Brust gewinnen. Diese Technik eignet sich vor allem dann, wenn dein Körper zu viel Milch produziert hat und du etwas Druck aus der Brust nehmen möchtest. Für das regelmäßige Abpumpen empfiehlt sich die Milchgewinnung per Pumpe. Dafür stehen zwei unterschiedliche Modelle zur Verfügung: die Handmilchpumpe sowie die elektrische Milchpumpe.

Mamas, die hauptsächlich stillen und nur gelegentlich Muttermilch gewinnen möchten, entscheiden sich üblicherweise für die manuelle Milchgewinnung. Unverzichtbares Zubehör: eine Handmilchpumpe. Sie lässt sich in jeder Hand- oder Wickeltasche verstauen und du kannst damit im Grunde überall Milch abpumpen. Der Pumpmechanismus funktioniert sehr einfach. Ein Trichter wird an der Brust angesetzt, die Pumpe manuell betätigt und die Milch in einem Fläschchen aufgefangen. Zum Abpumpen benötigst du nur eine Hand. Du kannst also an einer Brust pumpen und an der anderen Brust dein Baby stillen, wenn du das möchtest.

Elektrische Milchpumpen hingegen empfehlen sich für jene Mamas, die mehrmals täglich oder regelmäßig (z.B. an bestimmten Arbeitstagen) abpumpen möchten. Gegenüber einer Handmilchpumpe hat die elektrisch betriebene Pumpe den Vorteil, dass man damit in kürzerer Zeit mehr Muttermilch gewinnen kann. Tipp: es lohnt sich, in eine hochwertige Pumpe zu investieren. Teurere Modelle verfügen normalerweise über einen Stimulations- und einen Pumpmodus. Der Stimulationsmodus dauert etwa 2-3 Minuten. Er soll deine Brust sanft auf das Abpumpen vorbereiten, in etwa so als würde dein Baby den Milchspendereflex auslösen. Sobald die Milch fließt, wird in den Abpumpmodus gewechselt. Die Intensität des Saugvakuums kannst du selbst regulieren. Wichtig: auch wenn das Pumpen zu Beginn ungewohnt ist, du solltest dabei keine Schmerzen haben. Gerade in der Stillzeit sind Brust und Brustwarze sehr empfindlich oder vom Stillen bereits beansprucht. Bei Pump-Schwierigkeiten findest du Hilfe bei deiner Hebamme oder einer Stillberaterin vor Ort.

Tipps zur Muttermilchgewinnung

Ob du manuell pumpst oder eine elektrische Milchpumpe verwendest, beides benötigt ein wenig Übung. Am Anfang wird es für dich eigenartig sein, sich beinahe mechanisch anfühlen, vielleicht dauert es auch ein wenig, bis die Milch wirklich zu fließen beginnt. Solche Startschwierigkeiten sind vollkommen normal, schließlich macht man sowas ja auch nicht jeden Tag. Hebammen empfehlen daher für eine möglichst entspannte Atmosphäre zu sorgen, ähnlich wie beim Stillen. Je gelassener du an die Sacher herangehst, desto einfacher gerät die Muttermilch in Fluss. Hier noch ein paar Tipps, wie du das Abpumpen angenehmer gestalten kannst:

  • Eine Brustmassage bereitet das Gewebe auf den Pumpvorgang vor – am häufigsten wird die sogenannte Marmet-Technik angewandt. Dabei handelt es sich um eine kreisförmige Massage der Brust.
  • Eine lauwarme Dusche oder lauwarme Auflagen bringen die Milch ebenfalls zum Fließen.
  • Da sich Stress negativ auf die Milchproduktion auswirken kann, empfiehlt es sich, an einem Ort zu pumpen, an dem du dich wohl fühlst. Das kann das Schlafzimmer, das Sofa oder deine Stillecke sein.
  • Auch unterwegs ist es ratsam, einen Rückzugsort zum ungestörten Abpumpen zu suchen.
  • Arbeitnehmerinnen, die stillen bzw. Milch abpumpen, haben ein Recht auf bezahlte Stillpausen.
  • Für die Pflege von beanspruchten Brustwarzen eignet sich eine entsprechende Salbe oder naturreines Wollwachs.

Muttermilch auf Vorrat

Wird die abgepumpte Milch nicht rasch verbraucht, kannst du sie auch einlagern. Für ein paar Stunden hält sie sich sogar bei Zimmertemperatur, für den Kühlschrank gilt eine Lagerungsdauer von maximal einer Woche. Tiefgekühlt darf man Muttermilch bis zu sechs Monate aufbewahren. Bei größeren Mengen empfiehlt sich eine Beschriftung der Vorräte, um nicht den Überblick zu verlieren. Besonders praktisch für die Lagerung im Kühlschrank: so gennannte Muttermilchbeutel. Sie sind speziell für die Aufbewahrung von Milch gefertigt und lassen sich platzsparend (z.B. übereinander gestapelt) verstauen. Ebenfalls geeignet sind Fläschchen aus Glas oder Plastik sowie auslaufsichere Becher mit Plastikverschluss.

In a Nutshell

  • Elektrische Pumpen eignen sich für tägliches Abpumpen
  • Handmilchpumpen sind besonders praktisch, wenn du nur gelegentlich pumpst oder viel unterwegs bist
  • Eine entspannte Atmosphäre erleichtert die Milchgewinnung. Auch vorbereitende Massagen regen den Milchfluss an.
  • Muttermilch kann im Kühlschrank, Tiefkühlschrank oder wenige Stunden bei Zimmertemperatur (außer im Hochsommer) aufbewahrt werden.