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Die wichtigsten Gütesiegel und Prüfzeichen im Portrait

Die wichtigsten Gütesiegel und Prüfzeichen im Portrait

Verbraucherschutz und Produktsicherheit werden im europäischen Raum groß geschrieben. Einerseits gibt es die nationale Gesetzgebung sowie EU-Richtlinien, andererseits haben wir eine breite Palette an Prüfzeichen, die für Orientierung im Produktdschungel sorgen sollen. Die Siegel gewährleisten die Einhaltung zuvor festgelegter Standards in unterschiedlichen Bereichen wie beispielsweise Nachhaltigkeit oder Arbeitsbedingungen. Bei Kinderspielzeug stehen Produktsicherheit und Schadstofffreiheit im Vordergrund, schließlich gilt die Gesundheit der Kleinsten als besonders schützenswert.

Wofür steht FSC? Was bedeutet eigentlich die CE-Kennzeichnung? Und was verbirgt sich hinter dem Siegel spiel gut®? Wir haben uns die wichtigsten Gütesiegel und Prüfzeichen genauer angesehen. 

CE-Kennzeichnung

Das CE-Zeichen ist sehr bekannt und fast auf allen Produkten zu finden. Im Grunde genommen handelt es sich dabei jedoch nicht um ein Prüfzeichen im klassischen Sinn, sondern vielmehr um eine simple Produktkennzeichnung. CE bedeutet, dass das Produkt aktuell geltenden EU-Richtlinien entspricht und im europäischen Raum verkauft werden darf. Verbraucherschützer kritisieren, dass Firmen das CE-Zeichen selbst anbringen dürfen und es vor allem für die Kennzeichnung von Spielwaren in Punkto Produktsicherheit nicht ausreichend ist. 

GS-Zeichen

GS steht für „geprüfte Sicherheit“. Wenn ein Artikel mit dem GS-Zeichen versehen ist, bedeutet das, er entspricht dem deutschen Gesetz für Produktsicherheit. Im Gegensatz zum CE-Zeichen dürfen Hersteller das GS-Siegel nicht von sich aus aufdrucken. Zuerst muss eine Prüfung durch ein unabhängiges Institut erfolgen. Auch regelmäßige Kontrollen sind verpflichtend, wenn ein Produkt das GS-Zeichen behalten möchte.

FSC (Forest Stewardship Council)

Holzspielzeug ist nicht nur bei Kindern, sondern auch bei Eltern beliebt. Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, robust und in vielerlei Hinsicht unbedenklich. Der Forest Stewardship Council (FSC) vergibt das gleichnamige Siegel für Holzprodukte aller Art. Betriebe, die das FSC Siegel erhalten, verpflichten sich ökologische und soziale Standards im Wald einzuhalten. Dazu zählen beispielsweise der Verzicht auf Pestizide, das Unterlassen von Kahlschlägen zur Holzernte sowie die Bevorzugung von natürlich vorkommenden Baumarten. Außerdem soll bei der Holzgewinnung der Wald als natürlicher Lebensraum respektiert werden. FSC-zertifizierte Betriebe unterliegen jährlichen Kontrollen.

spiel gut®

Bei spiel gut® steht, wie der Name es bereits verrät, gutes Spielzeug im Mittelpunkt. Ausgezeichnet werden jene Spielwaren, die sowohl die spiel gut® Kriterien erfüllen, als auch den Praxistest mit Kindern bestehen. spiel gut® gibt an, jährlich 600 neue Produkte zu überprüfen – die Begutachtung ist für die Hersteller mit keinen Kosten verbunden. Die Verbraucherberatung spiel gut® arbeitet gemeinnützig und setzt sich aus Experten unterschiedlichster Fachrichtungen (z.B. Umweltschutz, Pädagogik, Chemie) sowie Eltern zusammen.

STANDARD 100 by OEKO-TEX®

Hierbei handelt es sich um ein weit verbreitetes Siegel, das für Textilien vergeben wird. Es wurde 1992 von der internationalen Gemeinschaft für Forschung und Prüfung auf dem Gebiet der Textil- und Lederökologie (OEKO-TEX®) implementiert und bietet seither allen Unternehmen aus der Textilbranche die Möglichkeit, ihre Produkte überprüfen zu lassen. Der Kriterienkatalog umfasst Schadstoffe, umweltrelevante Substanzen, Farbmittel, Einzelsubstanzen und vieles mehr. Begutachtet werden alle Produktionsstufen sowie alle verwendeten Zubehörmaterialien (z.B. Garne, Etiketten). Für Babys und Kleinkinder (bis zu drei Jahren) gibt es eine eigene Produktklasse.

Fairtrade-Siegel

Ebenfalls sehr bekannt ist das Fairtrade-Siegel, wenngleich es häufiger mit Lebensmitteln in Verbindung gebracht wird als mit Spielzeug. Das Fairtrade-Programm umfasst jedoch auch Textilien, die häufig in Spielartikeln für Babys und Kinder verarbeitet werden (z.B. Kuscheltücher, textile Greiflinge oder Handpuppen). Für Baumwolle gibt es ein deklariertes Fairtrade-Rohstoffprogramm. Es soll dafür sorgen, dass die Fairtrade-Standards in den Anbauländern eingehalten werden. 

Der blaue Engel

Der blaue Engel ist ein Umweltzeichen des deutschen Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. Es wird in Kooperation mit dem deutschen Umweltbundesamt, Umwelt-und Verbraucherorganisationen sowie mit der RAL gGmbH (Zeichenvergabestelle) verliehen. Produkte können in vier Bereichen ausgezeichnet werden: Klimaschutz, Gesundheitsschutz, Wasserschutz und Ressourcenschutz. Ein Produkt kann auch mehrere „blaue Engel“ tragen, wenn es in mehrere Kategorien überzeugt, also beispielsweise ressourcenschonend produziert wurde als auch besonders emissionsarm im Betrieb ist. 

fair spielt

fair spielt ist ein Projekt der Werkstatt Ökonomie. Ziel ist es sicherzustellen, dass Spielzeughersteller sich zur Einhaltung der ICTI-CARE Richtlinien bekennen. Dabei handelt es sich um eine Initiative des Weltverbandes der Spielwarenindustrie (ICTI - International Council of Toy Industries). ICTI-Care versteht sich als Zertifizierungsprogramm. Faire Arbeitsbedingungen sowie die Einhaltung von Menschenrechten und grundlegenden Arbeitsstandards stehen im Mittelpunkt. ICTI-Care zielt also auf die sozialen Aspekte des Herstellungsprozesses ab. fair spielt veröffentlicht regelmäßig eine Übersicht zu jenen Firmen, die sich bereit erklären, den ICTI-Care Codex einzuhalten.

In a nutshell

  • CE- und CS Zeichen
  • FSC – nachhaltige Forstwirtschaft
  • spiel gut®
  • STANDARD 100 by OEKO-TEX®
  • Fairtrade-Siegel
  • Der blaue Engel
  • Fair spielt