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Jetzt esse ich mit - Tipps für den Beikost-Start

Jetzt esse ich mit - Tipps für den Beikost-Start

In den ersten Lebensmonaten ist Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung die Hauptnahrungsquelle für dein Baby. Muttermilch enthält von Natur aus alle wichtigen Nährstoffe, die ein Kind benötigt, um gesund ins Leben zu starten. Wenn du nicht stillen kannst oder möchtest, dann ist Säuglingsanfangsnahrung (PRE) eine gute Alternative. Es handelt sich hierbei um ein künstlich hergestelltes Milchprodukt, das in der Zusammensetzung so nahe wie möglich an Muttermilch herankommen soll. Rund um den sechsten Lebensmonat wird es Zeit für mehr Abwechslung – dann stehen Brei und Finger Food am Speiseplan.

Beikostreifezeichen

Du solltest erst dann mit Beikost beginnen, wenn es eindeutige Signale gibt, dass dein Baby an neuer Nahrung interessiert ist. Diese Signale kennt man auch als Beikostreifezeichen. Wenn dein Baby den Kopf bereits gut halten und mit wenig Hilfe alleine (aufrecht) sitzen kann, dann spricht nichts dagegen, langsam mit Brei zu beginnen. Idealerweise zeigt dein Kind auch schon Interesse an Lebensmitteln und am Geschehen am Familientisch. Vielleicht schaut es dir gespannt beim Essen zu oder versucht schon, sich einen Happen von deinem Teller zu schnappen. Mit etwa einem halben Jahr beginnt auch die Rückbildung des so genannten Zungenstreckreflexes. Dieser angeborene Reflex dient dazu, dass Babys Steinchen oder andere Dinge wieder aus dem Mund schieben. Wenn die Reaktion bei deinem Baby noch stark ausgeprägt ist, solltest du mit der Beikosteinführung einfach noch ein wenig warten. Die Hand-Mund-Koordination zählt ebenso zu den Reifezeichen. Das bedeutet, dass dein Baby seine Hand zum Mund führen kann. Wenn du ihm Finger Food anbieten möchtest, sollte es diese Fähigkeit schon beherrschen. Möchtest du vorerst Brei füttern, muss die Hand-Mund-Koordination noch nicht einwandfrei klappen. 

Die aktuellen Ernährungsempfehlungen zur Beikosteinführung sehen einen Start zwischen der 17. Lebenswoche (Anfang 5. Lebensmonat) und der 26. Lebenswoche (Ende 6. Lebensmonat) vor. Damit ist jedoch nicht gemeint, dass der Nachwuchs bereits im 5. Lebensmonat nur mehr Brei isst. Es geht in dieser Zeitspanne eher darum, einen sanften Anfang zu machen, dein Baby langsam an das Thema Nahrungsaufnahme heranzuführen. Schließlich ist diese Form des Essens für dein Kind eine ganz neue, ungewohnte Erfahrung. 

Tipp: die einen können ihr erstes Löffelchen kaum erwarten, die anderen bevorzugen auch mit neun Monaten noch die Mutterbrust oder das Fläschchen als Hauptnahrungsquelle. Das ist vollkommen in Ordnung, jedes Kind ist anders. Lass dich nicht verunsichern und höre auf dein Gefühl. Wenn du den Eindruck hast, dass dein Kind viele Beikostreifezeichen erfüllt, dann starte entspannt einen ersten Versuch, es mit Brei zu füttern. Sind einige Anzeichen gegeben, das Interesse aber noch nicht vorhanden, dann warte noch ein paar Wochen. In dieser Zeit kann sich viel ändern. Auf die geliebte (Mutter-)Milch muss dein Nachwuchs übrigens nicht verzichten, ganz im Gegenteil. Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung sollten im gesamten ersten Lebensjahr begleitend gegeben werden. Zwischen dem 10. und 12. Lebensmonat kannst du zusätzlich Wasser oder ungesüßte Tees/Fruchtgetränke anbieten.

Löffel für Löffel

Der Babybrei aus Gemüse ist der Klassiker unter den Beikostgerichten. Ob frisch zubereitet oder fertig aus dem Gläschen, bleibt allein deine Entscheidung. Wenn du den Brei selbst kochen möchtest, benötigst du nur ein paar einfache Zutaten: Gemüse (z.B. Karotte, Kürbis, Fenchel oder Zucchini), etwas Rapsöl und ausreichend Wasser, um das geschnittene Gemüse darin zu garen. Wenn die Gemüsewürfel weich sind, einfach mit dem verbleibenden Wasser pürieren und 1-2 Teelöffel Rapsöl hinzufügen. Das Öl enthält viele hochwertige Inhaltsstoffe wie beispielsweise die bekannten Omega-3-Fettsäuren. Gesalzen oder mit Kräutern gewürzt wird der Brei nicht, vorerst ist das pure Gemüse als Geschmackserlebnis vollkommen ausreichend. Entscheidest du dich für Brei aus dem Gläschen, solltest du darauf achten, dass keine künstlichen oder unnötigen Inhaltsstoffe zugesetzt wurden. Immer auch auf den Zuckergehalt schauen!

Klappt es mit den ersten Löffeln gut, kann der Speiseplan nach und nach erweitert werden. Mit der Zeit dürfen auch Fisch und Fleisch püriert werden. Auch Obst und Getreide wandern ins Schüsselchen.

Tipp: Spaß und ein spielerischer Zugang sind die halbe Miete für einen gelungenen Beikoststart. Mittlerweile gibt es viele lustige Ess-Sets aus unterschiedlichsten Materialien (Bambus, Melanin – da ist für jeden etwas dabei) und mit bunten Motiven. 

Finger Food

Auch vor der Babyernährung machen Trends nicht Halt, jüngstes Beispiel: Baby Led Weaning, kurz BLW. Es handelt sich hierbei um eine alternative Form der Beikost. Anstelle von püriertem Brei bietest du deinem Baby Finger Food an. Das können gedünstete Karotten, Kartoffeln, Äpfel, Birnen, später natürlich auch in Streifen geschnittenes Fleisch oder Fischstücke sein. Das Finger Food sollte zu Beginn immer weich und etwa faustgroß sein. Es ist wichtig, dass es deinem Baby gut in der Hand liegt und nicht zu klein ist. Je vielfältiger das Angebot, desto besser. Hinter BLW steckt nämlich auch die Idee, dass Kinder selbstbestimmt aussuchen und essen dürfen. Sie greifen nach den Lebensmitteln, die sie ansprechen und experimentieren dann mit Farbe/Konsistenz/Geruch und Geschmack. Das Erleben mit allen Sinnen steht dabei im Vordergrund. Milchersatznahrung oder Muttermilch werden auch bei dieser Beikostvariante begleitend bis zum ersten Lebensjahr empfohlen.

In a nutshell

  • Auf die Beikostreifezeichen achten
  • Guter Zeitpunkt für den Beikoststart: zwischen der 17. und 26. Lebenswoche
  • Klassische Beikost in Form von Gemüse- oder Getreidebrei
  • Baby Led Weaning – Finger Food
  • Muttermilch oder Säuglingsanfangsnahrung als zusätzliche Nahrungsquelle